zu fühlen, dass man fühlt, ist hart, gerade
wenn man weiß, was dann passiert: das
Sehnen, die Unruhe, der scheele Gedanke, das Angefülltsein, der tiefe Schluchzer, der sich quer über die Zufriedenheit legt, ein Ton, der keine Atempause kennt, wenn er sich erst entfaltet und all die tiefen, letzten, frühen, alten, vergessenen und verdrängten Leiden des Herzens offenbart;
Aber dann auch die kleine Freude, einen Himbeerstrauch zu ernten und einen mürben Kuchen zu backen, das sauersüßwarmweiche Gebäck mit etwas Baiser zu reichen und all die Kämpfe vergessen, die man
ersatzhalber angezettelt hatte.
Während wir uns anlächeln, fließt eine Träne. Vielleicht zeige ich sie dir bald.
(c) Anja Mutschler, 7.7.25